Protein
DIE WAHRHEIT ÜBER PROTEIN
Was ist besser: Kasein oder Molkenprotein?
Von Dr. Jim Wright
DIE WAHRHEIT ÜBER PROTEIN
Was ist besser: Kasein oder Molkenprotein?
Von Dr. Jim Wright
Es gibt im Bodybuilding zwei Grundsätze:
Der erste ist, dass alles funktioniert; der zweite, dass alles nur eine Zeit lang funktioniert.
Diese beiden Regeln sollte man sich stets vor Augen
halten, wenn man Informationen über Training und Ernährung liest. Immer
wieder finden sich sogenannte Experten, die gerade genug wissen, um zu
glauben, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, wenn sie in
Wirklichkeit gerade erst am Anfang sind. Allerdings fragt es sich in
vielen Fällen, ob die Behauptungen, die manche angeblichen Fachleute
machen, wirklich nur aus deren Unwissenheit resultieren oder vielleicht
sogar mit betrügerischen Absichten gemacht werden.
So sollte man z.B. die Behauptungen von verschiedenen
Gurus, dass eine bestimmte Proteinsorte besser ist als alle anderen,
mit Vorsicht genießen. Unsere Empfehlung ist, dass Sie reichlich
Protein zu sich nehmen sollten, da dies die beste Methode ist, um
Muskelmasse aufzubauen. Wenn es jedoch um die Feinheiten geht, hat die
Wissenschaft bis heute noch nicht genug Erfahrungswerte und Kenntnisse
gesammelt. Da es so viele widersprüchliche Behauptungen gibt, wenn es
um die Proteinzufuhr geht, ist es nicht weiter verwunderlich, dass die
meisten Leser, die uns schreiben, Fragen zum Thema Protein haben.
Ob ein Protein besser ist als alle anderen, ist eine
Frage, die wir nicht beantworten können. Was wir stattdessen anbieten,
sind die neuesten Forschungsergebnisse zum Thema Protein. Schließlich
hat nicht jeder die finanziellen Möglichkeiten, um sich beliebige
Mengen von einem bestimmten Proteinpulver zu kaufen. In der FLEX finden
Sie objektive Informationen. Wir verkaufen kein Protein. Wir verkaufen
Muskelwachstum. Wir raten auch nicht dazu, von einer bestimmten Firma
zu kaufen. Sie finden in diesem Heft Anzeigen aller großen
Sportnahrungshersteller, aber es ist nicht der Druck der
Sportnahrungshersteller, sondern unserer Wunsch, unsere Leser mit
objektiver Information zu versorgen. Unsere Schlussfolgerungen sind das
Resultat von gründlichen Literaturrecherchen und Gesprächen mit den
maßgeblichen Fachleuten sowie Hunderten von Athleten für die
Muskelwachstum oberste Priorität ist.
Wissenschaftliche Daten sind ausschlaggebend Mein
Kollege Jeff Feliciano und ich haben in der Vergangenheit immer wieder
betont, dass man mindestens ein Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht
pro Tag zu sich nehmen sollte. Dabei scheint die Menge an Protein
wichtiger zu sein als die Proteinart. Ferner scheint es nicht so
wichtig zu sein, wie man bisher annahm, dass man die Proteinzufuhr über
fünf bis sechs Mahlzeiten pro Tag verteilt. Solange die Gesamtmenge
ausreichend ist und das Verdauungssystem funktioniert, gibt es keinen
Anlass sich wegen der Verteilung der Proteinzufuhr allzu viel Sorgen zu
machen.
Wenn es darum geht, welches Protein am besten ist,
scheiden sich die Geister nach wie vor. Allerdings sind sich die
meisten Fachleute darüber einig, dass die besten Proteine aus Milch
gewonnen werden. Dies beinhaltet Molkenprotein, Kasein, Albumin oder
eine Kombination dieser Proteinsorten. In einem meiner letzten Artikel
habe ich eine Untersuchung erwähnt, in der Kasein besser abschnitt als
Molkenprotein.
Die Zufuhr von Kasein
half übergewichtigen Polizisten dabei, fettfreie Muskelmasse zuzunehmen
und gleichzeitig Fett abzunehmen. Übringens bestanden die ersten
Mahlzeiten- ersatzprodukte vor allem aus Kasein. Kasein wird auch nach
wie vor für diese Produkte eingesetzt, die eine Revolution in der
Bodybuilding-Ernährung in den frühen 90er Jahren eingeläutet haben.
Weiter Forschungsarbeiten, darunter eine Studie von der erstklassigen
französischen Forschungsgruppe von Yves Boirie, Bernard Beaufrere und
deren Kollegen hat uns weitere Einsichten in die Proteinverwertung
beschert.
Vor vier Jahren haben Boirie und seine Kollegen belegt, dass Molkenprotein schneller resorbiert wird als mizellares Kasein. Mizellares Kasein
ist eine spezielle Kaseinsorte, die ohne Säure- oder Hitzeeinwirkung
hergestellt wird und daher die meisten seiner natürlichen Eigenschaften
behält. Die Forscher entdeckten nicht nur, dass Molkenprotein
schneller resorbiert wird, sondern auch dass die Aminosäuren (vor allem
die verzweigtkettige Aminosäure Leuzin) zu einem größeren Teil zur
Energieproduktion herangezogen werden als die Aminosäuren des
mizellaren Kaseins (einschließlich Leuzin). Zudem zeigte sich, dass
mizellares Kasein den Abbau von Muskelprotein vermindern kann, was
besonders nach dem Training wichtig ist.
Ein weiteres Ergebnis
dieser Studie war, dass langsame Proteine (Kasein) den schnelleren
Proteinen (Molkenprotein) in Bezug auf die Verwertung nach einer
Mahlzeit überlegen sind. Diese bedeutende Studie legte die Grundlage
für die darauf folgenden Diskussionen über Proteinverwertung, die in
den letzten Jahren die Seiten der Bodybuilding-Hefte füllten. Schnelles
Molkenprotein und langsames Kasein, ein wichtiger und von uns immer
wieder betonter Punkt ist, dass einzelne Untersuchungen nur einen
kleinen Teil der relevanten Fragen beantworten können. Obwohl die
ursprüngliche Studie von Boirie heute als Klassiker beurteilt wird, war
diese Studie keine Ausnahme. Boirie und seine Kollegen verwendeten
gleiche Mengen an Kasein und Molkenprotein, aber die
Aminosäurenzusammensetzung und der Stickstoffgehalt waren
unterschiedlich.
In einer nachfolgenden
Untersuchung änderten die Forscher dies, so dass beide Faktoren gleich
waren, was eindeutiger zeigte, wie sich die Verdauungsgeschwindigkeit
auf die Proteineinlagerung im Körper auswirkt. Schließlich kann man mit
Berechtigung fragen, welchen Unterschied die verschiedenen
Verdauungsgeschwindigkeiten machen? Nehmen wir an, man würde über vier
Stunden alle 20 Minuten 2.5 g Molkenprotein zu sich nehmen. Hätte diese
Proteinzufuhr die gleiche Wirkung auf die Oxidation und Einlagerung von
Aminosäuren wie ein langsames Protein? Ferner fragt man sich, ob eine
Mischung aus freien Aminosäuren mit der gleichen Zusammensetzung wie
Kasein von der Verwertung eher einem schnellen Protein oder mizellarem
Kasein entsprechen würde? Wie die Forscher im Vorfeld vermuteten,
zeigte es sich, dass die Geschwindigkeit der Verdauung für die
Einlagerung von Protein wichtiger ist als das Aminosäurenprofil.
In einer weiteren
Studie wurden 30 g Kasein mit einer Mischung aus 30 g freien
Aminosäuren verglichen. Wie erwartet, wurde die Aminosäurenmischung
schneller verwertet, was zu einem Anstieg der Proteinsynthese führte,
wie man sie auch bei Molkenprotein beobachten kann. Allerdings
resultierte die angestiegene Proteinsynthese weder in einem
verbesserten Leuzingleichgewicht noch in einer erhöhten
Proteineinlagerung. Stattdessen wurden erhebliche Mengen an Aminosäuren
oxidiert - genau wie auch im Fall von Molkenprotein. Der Abbau von
Protein wurde laut Boirie nach dieser Mahlzeit nur vorübergehend und
geringfügig vermindert. Der antikatabole Effekt war im Vergleich zu dem
langsamen Protein, das eine 30%ige Reduzierung des Abbaus über sieben
Stunden bewirkte, nur minimal.
Dies unterstreicht
weiterhin, was wir oben erklärt haben: Es kommt nicht auf die Art des
Proteins an, wenn es um den Muskelaufbau geht, sondern um die
Verdauungsgeschwindigkeit. Ein Proteindrink, der aus Aminosäuren mit
dem gleichen Profil wie Kasein besteht, wird ungefähr so schnell
verwertet und wirkt sich im Körper ähnlich aus wie Molkenprotein. In
den nächsten Versuchen teilten Boiries Team die Proteindrinks in
kleinste Portionen von 30 ml mit jeweils 2,5 g Protein auf, die von den
Versuchspersonen alle 20 Minuten konsumiert wurden. Wie erwartet, wurde
der Proteindrink mit 30 g Molkenprotein schnell verdaut und verwertet.
Gleichzeitig wurde ein Teil der Aminosäuren zur Energiegewinnung
herangezogen, wogegen der Proteinabbau nicht verhindert wurde. Als die
Verwertung des Molkenproteins durch das Verteilen auf mehrere Stunden
verlangsamt wurde, stieg der Aminosäurenspiegel signifikant an und
blieb vier bis fünf Stunden lang erhöht. Allerdings war der Anstieg
nicht vergleichbar mit dem, der sich an die Aufnahme von 30 g
Molkenprotein anschloss.
Wie auch bei der
Aufnahme eines langsamen Proteins wie Kasein wurde der Abbau von
Protein reduziert und die Proteinsynthese war unverändert. Die Forscher
schlossen daraus, dass die Länge und die Menge des Aminosäurenspiegels
im Blut die entscheidenden Faktoren sind. Molkenprotein ist direkt nach
dem Training besser geeignet, wenn die Muskulatur jegliche Art von
Protein sehr schnell aufnehmen kann, wogegen zu anderen Zeiten ein
langsames Protein wie Kasein besser geeignet ist, da die Aufnahme im
Körpergewebe besser ist. Wie kann man diese Information nun in die
Praxis umsetzen? Zunächst sollte man als Konsument Vorsicht walten
lassen. Lesen Sie sich die Beschreibung und Zutatenliste auf
Sporternährungsprodukten genau durch. Denken Sie dabei daran, dass
jeder Hehrsteller ein Loblied auf sein eigenes Produkt singen wird. Es
gibt jedoch keine Wunderprodukte, die mehr bewirken als alles andere,
was sich auf dem Markt befindet.
Es gibt kein Produkt,
von dem man ehrlich sagen könnte, dass es mehr Muskelwachstum bewirkt
als andere. Ein bestimmtes Proteinpulver macht keinen Unterschied in
Bezug auf Ihre körperliche und sportliche Entwicklung. Wie bereits
erwähnt, die Menge ist wichtiger als die Art des Proteins. Gleichzeitig
sollte man bedenken, dass langsamere Verdauung ein Vorteil ist, da auf
diese Weise das Stickstoffgleichgewicht und der Muskelaufbau verbessert
werden. Wenn wir anhand der uns vorliegenden Forschung ein Protein
wählen müssten, würde die Entscheidung auf ein Proteinpulver fallen,
das einen hohen Kaseinanteil hat, am besten mizellares Kasein.
Es gibt im Bodybuilding zwei Grundsätze:
Der erste ist, dass alles funktioniert; der zweite, dass alles nur eine Zeit lang funktioniert.
Diese beiden Regeln sollte man sich stets vor Augen halten, wenn man
Informationen über Training und Ernährung liest. Immer wieder
finden sich sogenannte Experten, die gerade genug wissen, um zu
glauben, dass sie die Weisheit mit Löffeln gefressen haben, wenn
sie in Wirklichkeit gerade erst am Anfang sind. Allerdings fragt es
sich in vielen Fällen, ob die Behauptungen, die manche angeblichen
Fachleute machen, wirklich nur aus deren Unwissenheit resultieren oder
vielleicht sogar mit betrügerischen Absichten gemacht werden.
So sollte man z.B. die Behauptungen von verschiedenen Gurus, dass eine
bestimmte Proteinsorte besser ist als alle anderen, mit Vorsicht
genießen. Unsere Empfehlung ist, dass Sie reichlich Protein zu
sich nehmen sollten, da dies die beste Methode ist, um Muskelmasse
aufzubauen. Wenn es jedoch um die Feinheiten geht, hat die Wissenschaft
bis heute noch nicht genug Erfahrungswerte und Kenntnisse gesammelt. Da
es so viele widersprüchliche Behauptungen gibt, wenn es um die
Proteinzufuhr geht, ist es nicht weiter verwunderlich, dass die meisten
Leser, die uns schreiben, Fragen zum Thema Protein haben.
Ob ein Protein besser ist als alle anderen, ist eine Frage, die wir
nicht beantworten können. Was wir stattdessen anbieten, sind die
neuesten Forschungsergebnisse zum Thema Protein. Schließlich hat
nicht jeder die finanziellen Möglichkeiten, um sich beliebige
Mengen von einem bestimmten Proteinpulver zu kaufen. In der FLEX finden
Sie objektive Informationen. Wir verkaufen kein Protein. Wir verkaufen
Muskelwachstum. Wir raten auch nicht dazu, von einer bestimmten Firma
zu kaufen. Sie finden in diesem Heft Anzeigen aller großen
Sportnahrungshersteller, aber es ist nicht der Druck der
Sportnahrungshersteller, sondern unserer Wunsch, unsere Leser mit
objektiver Information zu versorgen. Unsere Schlussfolgerungen sind das
Resultat von gründlichen Literaturrecherchen und Gesprächen
mit den maßgeblichen Fachleuten sowie Hunderten von Athleten
für die Muskelwachstum oberste Priorität ist.
Wissenschaftliche Daten sind ausschlaggebend Mein Kollege Jeff
Feliciano und ich haben in der Vergangenheit immer wieder betont, dass
man mindestens ein Gramm Protein pro Kilo Körpergewicht pro Tag zu
sich nehmen sollte. Dabei scheint die Menge an Protein wichtiger zu
sein als die Proteinart. Ferner scheint es nicht so wichtig zu sein,
wie man bisher annahm, dass man die Proteinzufuhr über fünf
bis sechs Mahlzeiten pro Tag verteilt. Solange die Gesamtmenge
ausreichend ist und das Verdauungssystem funktioniert, gibt es keinen
Anlass sich wegen der Verteilung der Proteinzufuhr allzu viel Sorgen zu
machen.
Wenn es darum geht, welches Protein am besten ist, scheiden sich die
Geister nach wie vor. Allerdings sind sich die meisten Fachleute
darüber einig, dass die besten Proteine aus Milch gewonnen werden.
Dies beinhaltet Molkenprotein, Kasein, Albumin oder eine Kombination
dieser Proteinsorten. In einem meiner letzten Artikel habe ich eine
Untersuchung erwähnt, in der Kasein besser abschnitt als
Molkenprotein.
Die Zufuhr von Kasein half übergewichtigen Polizisten dabei,
fettfreie Muskelmasse zuzunehmen und gleichzeitig Fett abzunehmen.
Übringens bestanden die ersten Mahlzeiten- ersatzprodukte vor
allem aus Kasein. Kasein wird auch nach wie vor für diese Produkte
eingesetzt, die eine Revolution in der Bodybuilding-Ernährung in
den frühen 90er Jahren eingeläutet haben. Weiter
Forschungsarbeiten, darunter eine Studie von der erstklassigen
französischen Forschungsgruppe von Yves Boirie, Bernard Beaufrere
und deren Kollegen hat uns weitere Einsichten in die Proteinverwertung
beschert.
Vor vier Jahren haben Boirie und seine Kollegen belegt, dass
Molkenprotein schneller resorbiert wird als mizellares Kasein.
Mizellares Kasein ist eine spezielle Kaseinsorte, die ohne Säure-
oder Hitzeeinwirkung hergestellt wird und daher die meisten seiner
natürlichen Eigenschaften behält. Die Forscher entdeckten
nicht nur, dass Molkenprotein schneller resorbiert wird, sondern auch
dass die Aminosäuren (vor allem die verzweigtkettige
Aminosäure Leuzin) zu einem größeren Teil zur
Energieproduktion herangezogen werden als die Aminosäuren des
mizellaren Kaseins (einschließlich Leuzin). Zudem zeigte sich,
dass mizellares Kasein den Abbau von Muskelprotein vermindern kann, was
besonders nach dem Training wichtig ist.
Ein weiteres Ergebnis dieser Studie war, dass langsame Proteine
(Kasein) den schnelleren Proteinen (Molkenprotein) in Bezug auf die
Verwertung nach einer Mahlzeit überlegen sind. Diese bedeutende
Studie legte die Grundlage für die darauf folgenden Diskussionen
über Proteinverwertung, die in den letzten Jahren die Seiten der
Bodybuilding-Hefte füllten. Schnelles Molkenprotein und langsames
Kasein, ein wichtiger und von uns immer wieder betonter Punkt ist, dass
einzelne Untersuchungen nur einen kleinen Teil der relevanten Fragen
beantworten können. Obwohl die ursprüngliche Studie von
Boirie heute als Klassiker beurteilt wird, war diese Studie keine
Ausnahme. Boirie und seine Kollegen verwendeten gleiche Mengen an
Kasein und Molkenprotein, aber die Aminosäurenzusammensetzung und
der Stickstoffgehalt waren unterschiedlich.
In einer nachfolgenden Untersuchung änderten die Forscher dies, so
dass beide Faktoren gleich waren, was eindeutiger zeigte, wie sich die
Verdauungsgeschwindigkeit auf die Proteineinlagerung im Körper
auswirkt. Schließlich kann man mit Berechtigung fragen, welchen
Unterschied die verschiedenen Verdauungsgeschwindigkeiten machen?
Nehmen wir an, man würde über vier Stunden alle 20 Minuten
2.5 g Molkenprotein zu sich nehmen. Hätte diese Proteinzufuhr die
gleiche Wirkung auf die Oxidation und Einlagerung von Aminosäuren
wie ein langsames Protein? Ferner fragt man sich, ob eine Mischung aus
freien Aminosäuren mit der gleichen Zusammensetzung wie Kasein von
der Verwertung eher einem schnellen Protein oder mizellarem Kasein
entsprechen würde? Wie die Forscher im Vorfeld vermuteten, zeigte
es sich, dass die Geschwindigkeit der Verdauung für die
Einlagerung von Protein wichtiger ist als das Aminosäurenprofil.
In einer weiteren Studie wurden 30 g Kasein mit einer Mischung aus 30 g
freien Aminosäuren verglichen. Wie erwartet, wurde die
Aminosäurenmischung schneller verwertet, was zu einem Anstieg der
Proteinsynthese führte, wie man sie auch bei Molkenprotein
beobachten kann. Allerdings resultierte die angestiegene
Proteinsynthese weder in einem verbesserten Leuzingleichgewicht noch in
einer erhöhten Proteineinlagerung. Stattdessen wurden erhebliche
Mengen an Aminosäuren oxidiert - genau wie auch im Fall von
Molkenprotein. Der Abbau von Protein wurde laut Boirie nach dieser
Mahlzeit nur vorübergehend und geringfügig vermindert. Der
antikatabole Effekt war im Vergleich zu dem langsamen Protein, das eine
30%ige Reduzierung des Abbaus über sieben Stunden bewirkte, nur
minimal.
Dies unterstreicht weiterhin, was wir oben erklärt haben: Es kommt
nicht auf die Art des Proteins an, wenn es um den Muskelaufbau geht,
sondern um die Verdauungsgeschwindigkeit. Ein Proteindrink, der aus
Aminosäuren mit dem gleichen Profil wie Kasein besteht, wird
ungefähr so schnell verwertet und wirkt sich im Körper
ähnlich aus wie Molkenprotein. In den nächsten Versuchen
teilten Boiries Team die Proteindrinks in kleinste Portionen von 30 ml
mit jeweils 2,5 g Protein auf, die von den Versuchspersonen alle 20
Minuten konsumiert wurden. Wie erwartet, wurde der Proteindrink mit 30
g Molkenprotein schnell verdaut und verwertet. Gleichzeitig wurde ein
Teil der Aminosäuren zur Energiegewinnung herangezogen, wogegen
der Proteinabbau nicht verhindert wurde. Als die Verwertung des
Molkenproteins durch das Verteilen auf mehrere Stunden verlangsamt
wurde, stieg der Aminosäurenspiegel signifikant an und blieb vier
bis fünf Stunden lang erhöht. Allerdings war der Anstieg
nicht vergleichbar mit dem, der sich an die Aufnahme von 30 g
Molkenprotein anschloss.
Wie auch bei der Aufnahme eines langsamen Proteins wie Kasein wurde der
Abbau von Protein reduziert und die Proteinsynthese war
unverändert. Die Forscher schlossen daraus, dass die Länge
und die Menge des Aminosäurenspiegels im Blut die entscheidenden
Faktoren sind. Molkenprotein ist direkt nach dem Training besser
geeignet, wenn die Muskulatur jegliche Art von Protein sehr schnell
aufnehmen kann, wogegen zu anderen Zeiten ein langsames Protein wie
Kasein besser geeignet ist, da die Aufnahme im Körpergewebe besser
ist. Wie kann man diese Information nun in die Praxis umsetzen?
Zunächst sollte man als Konsument Vorsicht walten lassen. Lesen
Sie sich die Beschreibung und Zutatenliste auf
Sporternährungsprodukten genau durch. Denken Sie dabei daran, dass
jeder Hehrsteller ein Loblied auf sein eigenes Produkt singen wird. Es
gibt jedoch keine Wunderprodukte, die mehr bewirken als alles andere,
was sich auf dem Markt befindet.
Es gibt kein Produkt, von dem man ehrlich sagen könnte, dass es
mehr Muskelwachstum bewirkt als andere. Ein bestimmtes Proteinpulver
macht keinen Unterschied in Bezug auf Ihre körperliche und
sportliche Entwicklung. Wie bereits erwähnt, die Menge ist
wichtiger als die Art des Proteins. Gleichzeitig sollte man bedenken,
dass langsamere Verdauung ein Vorteil ist, da auf diese Weise das
Stickstoffgleichgewicht und der Muskelaufbau verbessert werden. Wenn
wir anhand der uns vorliegenden Forschung ein Protein wählen
müssten, würde die Entscheidung auf ein Proteinpulver fallen,
das einen hohen Kaseinanteil hat, am besten mizellares Kasein.